Kamera Test

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Kamera Test

News – neue Kameras, aber keine neuen Ideen

Alle Jahre wieder – zur IFA kündigen die Hersteller massenweise neue Digitalkameras an. Die Schwerpunkte, die hier gelegt werden, zeigen die Entwicklungen der nächsten Zeit an. Und dieses Jahr? Wirklich Neues ist nicht dabei. Weit und breit kein Feature in Sicht, das das nächste große Ding werden könnte. Stattdessen wurde an den Details gearbeitet. Die Auflösung schraubt sich in immer höhere Höhen, die Auslöse- und Seriengeschwindigkeit verbessert sich stetig und das Standard-Ausstattungsspektrum wird immer größer.

Megapixel – geht da noch mehr?

Sowohl in der Einsteigerklasse als auch bei den ambitionierten Laien rasen die Megapixelzahlen weiter nach oben. Wenn auch vermutlich mit unterschiedlichen Ergebnissen: 16 Megapixel waren schon vor der IFA in der Einsteigerklasse keine Seltenheit mehr. Zwar sinkt durch die eng gedrängten Pixel in den meisten Fällen die tatsächliche Auflösung dieser Digitalkameras auf das Niveau von 12-MP-Kameras, das ist den meisten aber egal, solange eine hübsche 16 gut sichtbar auf der Front prangt. In der Klasse der ambitionierten System-, SLR- und SLT-Kameras mag das schon anders aussehen. Hier hat Sony mit den Alphas 65 und 77 zwei mit 24 Megapixeln ausgerüstete APS-C-Wechseloptik-Kameras mit höchstwahrscheinlich solider Leistung auf den Markt gebracht. Auch Samsung erhöht bei der NX200 die Pixelzahl gleich auf 20,3 MP und mit Blick auf die Vorgängermodelle darf man auch hier von einer guten Digitalkamera ausgehen.

Effektvolle Ausstattung

Effekte, die während oder nach der Aufnahme auf das Bild angewendet werden können, werden weiter ausgebaut. Inzwischen sind Miniatureffekt, Knallfarben oder Farbfilter keine Seltenheit mehr. Das gleiche gilt für das Schwenkpanorama (einmal abdrücken, Kamera über die Szene schwenken, den Rest macht die Kamera) und den 3D-Modus, der aus zwei leicht versetzten Fotos ein 3D-Foto erstellt. Diese Features werden demnächst wahrscheinlich genauso zur Norm wie es inzwischen die Gesichtserkennung und der Videomodus in Kompaktkameras sind.

Sofortbild und Digitalkamera-Apps

Die vielleicht revolutionärste Meldung von der IFA: Polaroid bringt demnächst wieder eine Sofortbildkamera auf den Markt: die Z340 (vertrieben von Plawa). Ob diese Kamera aber von den fotografierenden Massen akzeptiert wird oder ein lustiges Nischenprodukt wird, bleibt abzuwarten. Nebenbei stießen wir – nicht im Zuge der IFA, sondern an ganz anderer Stelle – auf die Meldung, dass Samsung demnächst Digitalkameras mit dem Betriebssystem Android auf den Markt bringen könnte. Was den Programmierern da draußen die Möglichkeit eröffnen würde, eigenständig Apps für diese Digitalkameras zu entwickeln. Und das hätte wirklich das Potential zu einer Foto-Revolution.

En Detail – die neuen Kameras

* Sony stellt die besagten Kameras Alpha 65 und Alpha 77 vor, die neben ihrer hohen Auflösung noch durch ein integriertes GPS und viele Spielereien in der Ausstattung bestechen. Außerdem kommt die zweite Fuhre NEX-Kameras mit proprietärem Objektivsystem auf den Markt: drei Kameras, die NEX-5N, die NEX-7 und die NEX-C3 sind demnächst zu haben. Auch zwei neue kompakte Digitalkameras schiebt Sony hinterher, die DSC-TX55 mit Touchscreen und die DSC-WX30.

* Olympus arbeitet weiter an der erfolgreichen Pen-Reihe. Drei neue Micro FourThirds-Kameras stellt der Hersteller vor: die hochwertige Pen E-P3, die Pen E-PL3 und die Pen PM1, eine neue Serie.

* Auch Pentax will jetzt auf dem zunehmend erfolgreichen Systemkameramarkt mitmischen und hat die Pentax Q entwickelt. Mit Blick auf die zeitgleich vorgestellten Spielzeug-Objektive des proprietären Q-Mount-Systems schielt Pentax damit scheinbar auf die Lomo-affine Experimentalszene.

* Leica will nicht zurückstehen und spielt jetzt ebefalls auf dem Systemkameramarkt mit. Wer 6000 Euro übrig hat, kann sich mit der Leica S2 auf die laut Hersteller bis dato kleinste Vollformat-Systemkamera Kamera der Welt freuen.

* Noch eine Art Einstieg in den Systemkamera-Markt: Ricoh bleibt bei seinem GXR-Modulsystem treu und erweitert es um eine interessante Möglichkeit: Wechselobjektive. Mit dem Wechselmodul GXR-M A12 kommt ein M-Bajonett an die Basis, auf das wir sehr neugierig sind. Mit der wasserdichten, kunterbunten PX beginnt Ricoh außerdem, im Outdoor-Segment mitzumischen.

* Samsung bringt die NX200, die Nachfolgerin der NX100, auf den Markt. Auch der koreanische Hersteller schraubt an den MP-Zahlen und spendiert der Digitalkamera 20 Megapixel. Vielbeachtet in den Medien war bis jetzt die Samsung MV800, die mit ihrem riesigen Klappdisplay zumindest optisch einiges hermacht… aber ein Klappdisplay bleibt ein Klappdisplay, und die gibt es auch schon etwas länger. Neu wäre nur, wenn sie in die Einsteigerklasse als Standard Einzug halten würden. Daneben wirkt der ebenfalls neue Megazoomer WB750 recht unspektakulär.

* Nichts Neues bei den Platzhirschen: Canon beschränkt sich auf ein paar Kompaktknipsen, die Ixus 1100 HS, die Ixus 230 HS und die Powershot SX150 IS, während Nikon neben einer langen Liste drauflosknipskompatibler Digitalkameras (Coopix S100, S4150, S6150, S6200 und S8200) immerhin drei Highlights setzt. Erstens die P7100, Nachfolgerin der erfolgreichen P7000, zweitens die S1200pj, die dritte Generation Nikons Projektor-Kameras und drittens die erste wasserdichte Nikon-Kompakte, die Nikon AW100.

* Auch Casio bleibt mit dem kompakten Megazoomer EX-ZS100 und der Kompakten EX-ZS15 in ziemlichen Standard-Gefilden.

* Fujifilm zieht zumindest ein Kaninchen aus dem Hut: Die FinePix X10. Diese hochwertige Zoomkamera mit optischem Sucher zielt auf ambitionierte Fotografen und scheint sich Nahe der in den Himmel gelobten X100 positionieren zu wollen – auch wenn ihr deren Hybridsucher fehlt. Sonst wurden noch der Megazoomer F600EXR, die Standard-Kompakte JX370 und die etwas hochwertigere Z950EXR vorgestellt.

* Last but not least: Panasonic! Der Hersteller bringt mit der DMC-FZ150 den Nachfolger der DMC-FZ100 heraus, die mit 25 bis 600 mm ein beeindruckendes, aber nicht rekordverdächtiges Brennweitenspektrum aufweist. Sehr ähnlich, aber mit weniger Ausstattung und damit günstiger ist die DMC-FZ48. Etwas aus dem Rahmen fällt die DMC-FX90, die zwar auf den ersten Blick wie eine Standardknipse aussieht, dann aber durch ihr Touchscreen, ein 24-mm-Weitwinkel und WLAN auffällt. Am Rande wurde noch eine scheinbar namenlose doppeläugige Echt-3D-Kompaktkamera vorgestellt.


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