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Marita Breuer und Andrea Zogg in "Howals Fall"

     

«Howalds Fall» - Der erste Schweizer Tatort

 

Die Ausstrahlungen

Sonntag, 13. Juli '03, 20 Uhr auf SF1

Erstausstrahlung am 16. April 1990 auf DRS/ARD und ORF

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Eine längst überfällige Reprise, der erste Schweizer Tatort kommt wieder, diesen Sonntag, 13. Juli 2003, um 20 Uhr auf SF1 und damit die Gelegenheit einen bemerkenswerten Film wiederzusehen.

Ein bemerkenswerter Einstand
Aus verschiedenen Gründen. Es war der erste Tatort aus der Schweiz, und dann erst noch in Dialekt. Speziell für die deutschen und österreichischen Zuschauer wurde eine deutsche Synchronfassung hergestellt, die zeitgleich ausgestrahlt wurde.

Es war Urs Eggers Einstand in die deutsche Fernsehszene und sollte fortan seinen Ruf festigen, ein Regisseur zu sein, der sein Handwerk versteht.

Und es war - last but not least - das erste verfilmte Drehbuch, das aus Alex Martins und meiner Feder stammte. Mit zarten 23 Jahren mussten wir allerdings noch Lehrgeld bezahlen. Unser Credit beschränkt sich auf die Originalvorlage, was dem Werk aber keinen Abbruch tut.

Howalds erster und erster letzter Fall
Und es sollte auch der Anfang vom Ende sein. Gnädinger sollte als Wachtmeister keinen zweiten Fall übernehmen. Und es war der erste und letzte Schweizer Tatort, der über 20 Millionen Zuschauer (!) hatte. Noch im selben Jahr kamen RTL, Sat1 und die andren Privaten, um dem Tatort die zweistelligen Millionen wegzunehmen. Auch der Einstand des Schweizer Fernsehens war - gemessen an der bisherigen Lebensdauer der Tatort Serie - ein kurzer: zwölf CH-Tatorte hat es gegeben, davon einen mit Howald, zwei weitere mit Carlucci und ganze neun mit Philipp von Burg.

Wohl wegen diesen verschiedenen Gründen ist «Howalds Fall» ein Tatort der besonderen Art geworden. Und wenn er entfernt an den grössten aller Schweizer Ermittler erinnert, Wachtmeister Studer, dann haben wir unser Ziel erreicht. Viel Vergnügen!

Matthias Gnädinger und Andrea Zogg in "Howals Fall"
Walter Howald und Carlucci noch zu guten Zeiten
(Foto © SF DRS/Heinz Stucki) 

Inhaltsangabe (Pressetext SF DRS)
Der Berner Stadtpolizist muss einen mysteriösen Waffenhandel aufklären und hat daneben mit familiären Problemen zu kämpfen.
Das Schweizer Fernsehen DRS gab 1990 mit "Howalds Fall" den Einstand in die bereits bestehende "Tatort"-Produktionsgemeinschaft von ARD und ORF.

Erschwert werden die Ermittlungen im Waffenhandelsfall durch Howalds private Probleme, hat er doch immer noch nicht verkraftet, dass sich seine Frau von ihm getrennt hat. Als dann eines Abends plötzlich auch noch Howalds 16-jährige Tochter Katrin spurlos verschwindet, scheint das Fass zum Überlaufen zu kommen. In all dem steht dem Gutmütigkeit ausstrahlenden Polizisten der 31-jährige "Detektivwachtmeister mit besonderen Aufgaben" Carlucci zur Seite. Teils gewollt, teils ungewollt öffnet Howald seinem jungen Mitstreiter die Augen, lernt dieser doch, dass es nicht nur Schwarz und Weiss gibt, sondern ebenso die unfassbar scheinenden Grauzonen dazwischen. Wahrheit ist nicht immer Wahrheit, meist aber ist ein Stück von ihr zu finden.

Matthias Gnädinger und Andrea Zogg in "Howals Fall"
Carlucci erfährt von Howalds Geheimnis.
(Foto © SF DRS/Heinz Stucki)

Das Schweizer Fernsehen und die Tatort-Serie (Pressetext SF DRS)
Den ersten Fall in Bern löste Mathias Gnädinger als Wachtmeister Walter Howald. Nach zwölf Jahren und zwölf Folgen verabschiedete sich SF DRS wieder von der ältesten deutschen Krimireihe zugunsten der Produktion von Schweizer Dialekt-Fernsehfilmen.

Interstate Highway 5, Southern California
Ade Carlucci! - Dieses Schild steht auf dem Interstate Highway #5 in Südkalifornien und ist echt.
(Foto © by P. Verdosci)

Stab und Besetzung
Regie: Urs Egger
Drehbuch: Urs Egger, Johannes Bösiger
Originalvorlage: Alex Martin und Pascal Verdosci
Kamera: Lukas Strebel
Musik: Stefan Wittwer

Howald - Matthias Gnädinger
Carlucci - Andrea Zogg
Rebecca Howald - Marita Breuer
Heinz Rapold - Peter Arens
Philipp Brächbühl - Nicolas Lansky
Staatssekretär René Wirz - Fritz Lichtenhahn
Eva Wirz - Hannelore Elsner

Länge: 90 Minuten
Eine Gemeinschaftsproduktion von ARD/ORF/SRG


 

Trivia

Carlucci
Ja, es ist wahr. Unser Detektivwachtmeister mit besonderen Aufgaben hat den Namen vom damaligen US-Verteidigungsminister, Frank Carlucci. Und dies nicht aus politischer Überzeugung, sondern weil wir für unseren Helden einen italienisch klingenden Namen wollten. Und als wir erfuren, dass Frank Carluccis Vorfahren aus der Schweiz stammten, dachten wir, das wäre der richtige Name.

Heinz Rapold
Hat unsere (Alex Martins und meine) nun schon berühmt berüchtigte Tradition eingeläutet, wonach wir in jedem Film den Namen eines Freundes oder einer Freundin verewigen. Heinz Rapolds Vorbild ist: Philipp Rapold. Nun ist es draussen.

Blick wollte Howald zurück
Kaum zu glauben, aber der Blick hatte nach der Ausstrahlung eine Leserumfrage durchgeführt und festgestellt, dass eine überwältigende Merhheit der SchweizerInnen Gnädinger als Wachtmeister zurück wollte. Wenn Sie den Film bis zu Ende schauen, werden Sie sehen, warum das nicht möglich war.

Chinatown
Das Vorbild für diesen Tatort war kein geringerer Film als Chinatown von Roman Polanski. Wenn Sie Faye Dunaways Geheimnis erraten, wissen Sie wieso.

DNS Fingerprinting
Mit Howalds Fall hat das DNS Fingerprinting Einzug in die Schweizer Stuben gehalten. Seither ist es aus der Kriminalistik und den Krimiserien nicht mehr wegzudenken.


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